Die Baumpflege

Um einen Baum zu pflegen, muss man zuerst seinen Stellenwert, seine Bedeutung und seine Biologie kennen. Der Baum ist heute ein lebensnotwendiger Umweltfaktor und ein unverzichtbares Gestaltungselement, dem wir eine entsprechende Pflege und einen angemessenen Schutz entgegen bringen müssen.

Die Baumpflege in der Übersicht

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Bewässerung

Ohne Wasser gibt es bekanntlich kein Leben. Der Wassernachschub kommt im Optimalfall aus der natürlichen Umgebung des Baumes. Er ist sehr stark von der Bodenstruktur und den Standortverhältnissen abhängig. Es gibt aber immer wieder Fälle wo eine künstliche Bewässerung nötig wird, z.B. bei einer zu kleinen Baumscheibe, in den ersten 5 Jahren nach der Pflanzung braucht ein Baum eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit oder bei Bäumen denen der Wurzelraum durch bauliche Massnahmen verkleinert wurde. Die Wassermenge die dem Baum künstlich zugeführt wird sollte die jährliche Niederschlagsmenge von 600 mm nicht überschreiten. Bei Laubgehölzen erstreckt sich die Bewässerungszeit von April bis Ende September, bei Nadelgehölzen bis zum ersten Frost. Wenn es möglich ist, sollte Regenwasser für das Bewässern der Bäume verwendet wird.

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Düngung

Es sollte nur gedüngt werden wenn die Notwendigkeit besteht. Es sollten nur Langzeitdünger oder spezielle Wurzeldünger verwendet werden. Mit der Verwendung von Wurzeldüngern wird das Wurzelwachstum gefördert und der Baum erschliesst durch das Wurzelwachstum neue Bodenbereiche. Durch die Verwendung von Langzeitdünger wird der Baum über eine längere Zeit mit Nährstoffen versorgt und das Auswaschen der Nährstoffe wird dadurch auch verringert weil der Baum keinen Überbedarf an Nährstoffen hat.

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Pflanzenschutz

Grundsätzlich ist das Schwergewicht auf die Erhaltung gesunder Bäume zu legen, statt Krankheitssymptome zu bekämpfen. Bei Neupflanzungen der Bäume, kommt deshalb einer richtigen Artenwahl und der Schaffung von baumfreundlichen Standort- und Wachstumsbedingungen die grösste Bedeutung zu. Bei älteren Bäumen gilt es das Baumumfeld so zu optimieren, das dem Baum die bestmöglichen Wachstumsbedingungen geschaffen werden.

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Schnittarbeiten

Schnittmassnahmen dienen dem Aufbau und der Erhaltung von gesunden und bruchsicheren Bäumen. Das natürliche Erscheinungsbild des Baumes, sein Habitus, darf durch den Schnitt nicht zerstört werden, ausser es handelt sich um eine spezielle Kronenform, die durch einen Formschnitt in kurzen und regelmässigen Abständen konstant erhalten wird.

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Schnittführung

Lebende Äste werden parallel zum Astkragen geschnitten. Ist kein solcher sichtbar, wird der Schnittwinkel als spiegelbildlicher Verlauf des Astrindengrats festgelegt.

Tote Äste werden so entfernt, dass kein lebendes Gewebe verletzt wird. Der Schnitt erfolgt in nächster Nähe zum meist stark entwickelten Astkragen.

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Schnittgrösse

Das Stärkenverhältnis zwischen deinem Seitentrieb, der zu entfernen ist und einem Haupttrieb sollte höchstens bei 1.5:3 liegen.

Bei der Ableitung eines Haupttriebes auf einen Seitentrieb, sollte der Durchmesser des Seitentriebes, als neuer Leitast, mindestens einen Drittel der Haupttriebstärke aufweisen.

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Schnittzeitpunkt

Grundsätzlich können die Bäume fast während dem ganzen Jahr geschnitten werden. Nur während der kurzen Zeit, wenn die Bäume austreiben und während des Blattabfalls, dürfen sie nicht geschnitten werden.

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Erziehungsschnitt

Mit dem Erziehungsschnitt wird bei jungen Bäumen die Entwicklung einer stabilen, der örtlichen Situation angepasste Baumkrone angestrebt. Dabei muss vor allem auf einen ausgeglichenen und stabilen Kronenaufbau geachtet werden. Die Bäume sollten so erzogen werden, dass die Krone einen durchgehenden Haupttrieb hat und untergeordnete Seitentriebe. Bei Bäumen im Strassenbereich muss das Lichtraumprofil frühzeitig und in mehreren Etappen hergestellt werden. Bei Baumarten die eine problematische Haupttriebentwicklung haben, kann ein besonders intensiver Erziehungsschnitt notwendig werden. Die Leittriebentwicklung kann auch mit Holzstäben unterstützt werden, so werden die Triebe in die richtige Lage gezogen.

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Lichtraumprofil

Zur Erhaltung oder Herstellung des erforderlichen Lichtraumprofils, werden Triebe im unteren Kronenbereich entfernt oder zurück geschnitten. Die Erstellung des Lichtraumprofils wird beim Jungbaum begonnen und über einige Jahre, Schritt für Schritt, bis zur erforderlichen Höhe fortgesetzt. Die Angaben über die Höhe des Lichtraumprofils sollten bei der zuständigen Stelle nachgefragt werden.

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Totholzschnitt

Zur Gewährung der Sicherheit, werden alle toten und abgebrochenen Triebe ab einem Durchmesser von 2 cm, aus der Baumkrone entfernt. Bei dieser Pflegearbeit werden sonst keine Korrekturen in der Krone vorgenommen. In den meisten Fällen wird diese Schnittarbeit mit dem Pflegeschnitt kombiniert.

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Pflegeschnitt

Der Pflegeschnitt erhöht den Gesundheitszustand der behandelten Bäume. Es werden allfällige Infektionsherde und stark verletzte Triebe entfernt. In den meisten Fällen wird diese Schnittarbeit mit der Totholzpflege kombiniert.

Auslichtungsschnitt

Durch gezieltes Entfernen von einzelnen Trieben, die einen Durchmesser von maximal 5 cm aufweisen, wird die Krone ausgelichtet. Damit wird der Lichteinfall in die Krone sichergestellt und verhindert, dass die Krone im inneren wegen Lichtmangel verkahlt. Die Kronenauslichtung sollte nicht zu stark vorgenommen werden, den wie das Sprichwort schon sagt:weniger ist mehr.

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Entlastungsschnitt

Zur Erhaltung der Verkehrssicherheit werden Gewicht, Hebelarme und Windlasten von bruchgefährdeten Kronenteilen durch Rückschnitt und Entfernen von Seitentrieben reduziert. Wenn extrem Eingriffe nötig werden, sollten diese über mehrere Jahre vollzogen werden. Als Faustregel gilt: Die Blattmasse des einzelnen Triebes, darf um maximal einen Drittel reduziert werden, damit die Kohlenhydratversorgung durch die Blattmasse weiterhin noch gewährleistet ist.

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Künstliche Kronenformen

Beim Formschnitt wird eine unnatürliche Kronenform erzwungen. Der Formschnitt beruht einzig auf ästhetischen Kriterien und findet seine Entstehung in der althergebrachten gartenarchitektonischen Tradition.
Beispiele für den Formschnitt sind der Rückschnitt auf Kopf, Kasten oder Schirmformen, Spaliere usw. Um diese Bäume in der gewünschten Form zu erhalten, ist ein regelmässiger Schnitt nötig. Sie werden jährlich oder mindestens alle zwei Jahre geschnitten. Durch die kurzen Schnittabstände werden die Schnittstellen klein gehalten. Wenn ein formierter Baum mehrere Jahre nicht mehr geschnitten wurde, ist es nicht sinnvoll ihn innerhalb von einem Jahr wieder auf die alte Form zu schneiden. Die Formierung muss über mehrere Jahre wieder vollzogen werden.

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