Rhododendren und andere Moorbeetpflanzen faszinieren uns Menschen
immer wieder mit ihrer enormen Farbenvielfalt und Blütenpracht.
Immer mehr Garten-besitzer wünschen sich ein Moorbeet im
eigenen Garten und fragen sich, welcher Pflegeaufwand wohl nötig
sei, um diese Pflanze in dieser Pracht erscheinen zu lassen.
Standort
Die Pflege der Moorbeetpflanzen, fängt bei der Standortwahl
des Moorbeets an. Der geeignete Standort für ein Moorbeet
ist ein windgeschützter, lichtschattiger und nicht zu heisser
Standort, der eine hohe Luftfeuchtigkeit aufweisst. Das Moorbeet
sollte sich nicht im Regenschatten eines Gebäudes befinden,
weil eine längere künstliche Bewässerung infolge
des hohen Kalkgehalts im Leitungswasser schädlich für
die Moorbeetpflanzen ist. Auch ein zu schattiger Platz ist nicht
empfehlenswert, weil hier die Knospenbildung sehr zuwünschen
übrig lässt. Auch durch die beste Pflege kann eine falsche
Standortwahl nicht ausgebessert werden.
Pflegearbeiten
Bei der Pflege des Moorbeetes muss man berücksichtigen,
dass die Moorbeetpflanzen sauren Boden (pH 4.2-5.5) brauchen.
Die Pflegearbeiten unterscheiden sich sonst nicht stark von der
Pflege einer Gehölzrabatte.
Um ein befriedigendes Wachstum und gleichzeitig eine guten Knospenbildung
zu erreichen, benötigen die Moorbeetpflanzen eine ausreichende
Nährstoffzufuhr in Form einer Düngergabe. Die Nährstoffe
müssen besonders während der Wachstumsperiode, von April
bis Oktober, in ausreichender Form zur Verfügung stehen.
Dadurch wird gleichzeitig die Widerstandskraft der Pflanzen gegen
Krankheiten und Schädlinge gestärkt. Schlecht ernährte
Moorbeetpflanzen sind leicht daran zu erkennen, dass sie kleinere,
aufgehellte Blätter tragen. Sie haben wegen dem Nährstoffmangel
auch eine geringere Blütenbildung. Anfang April ist, bei
trockener Witterung, die erste Düngung vorzunehmen. Ende
Juni sollte bei gleichen Bedingungen eine zweite Düngung
erfolgen. Bei der Wahl des geeigneten Düngers muss darauf
geachtet werden, dass der Dünger nicht eine alkalische (kalkige)
Wirkung hat.
Der beste Schnittzeitpunkt ist im zeitigen Frühjahr, am
besten zwischen März bis Anfang April, kurz vor dem Austrieb
der Knospen. Ein Rückschnitt im Herbst ist wegen der Frostgefahr
nicht ratsam.
Bei diesem Schnitt schneiden wir nur innerhalb des jungen und
grünen Holzes. Nach dem Schnitt beginnt der neue Austrieb,
deshalb wird die Pflanze voller und buschiger.
Pflanzen die im unteren Teil völlig kahl sind und nur im
oberen Teil buschig sind, können bis ins alte Holz zurück
geschnitten werden. Eine gesunde Pflanze treibt wieder aus, auch
wenn vorher keine Blätter mehr vorhanden waren.
Wenn die Blüten verwelkt und braun sind, beginnt die Entwicklung
der Samenkapseln. Die Jungen Rhododendren werden durch die Samenausbildung
unnötig geschwächt. Deshalb ist es ratsam die verwelkenden
Blütenstände rechtzeitig auszubrechen. Beim Ausbrechen
der Blütenstände muss man sehr vorsichtig arbeiten,
denn sonst bricht man auch die jungen Triebe ab an welchen im
nächsten Jahr die Blüteknospen entstehen. Ab einer Rhododendrongrösse
von 2 Metern kann auf das Ausbrechen der Blütenstände
verzichtet werden, weil sie die Samenbildung ohne Probleme verkraften
können.
Moorbeetpflanzenwerden bei ihnen zusagenden Boden- und Umweltbedingungen
in der Regel nicht von Krankheiten und Schädlingen befallen.
Schädlings- und Krankheitsbefall tritt fast immer nur an
unterernährten und geschwächten Pflanzen auf. Auch bei
ausreichender Nährstoffversorgung treten immer wieder Krankheiten
und Schädlinge auf. Die zwei wichtigsten sind:
Knospensterben
Schadbild: Geschlossene, abgestorbene, vertrocknete
und nicht abfallende Blütenknospen, die mit einem dunklen
Pilzrasen überzogen sind.
Ursache: Die Pilzinfektion wird durch die Rhododendron-Zikade
bei der Eiablage übertragen.
Bekämpfung vorbeugend: Nach dem Winter alle braun
verfärbten Blütenknospen gründlich entferne und
vernichten.
Bekämpfung des Pilzes: Die chemische Bekämpfung
des Pilzes ist nicht empfehlenswert.
Bekämpfung der Zikade: Sie können mit zahlreichen
Insektiziden bekämpft werden. Es ist wichtig den richtigen
Zeitpunkt abzuwarten. Dazu sind Gelbfallen die erfolgreichste
Methode: sobald Zikaden in den Fallen gefunden werden, wird
das Insektizid eingesetzt.
Rhododendren nehmen keinen Schaden wenn sie längere Zeit
schneebedeckt sind. In höheren Lagen ist es ratsam grössere
Pflanzen aufzubinden oder mit Hölzern gegen die Schneelast
abzustützen, damit keine Bruchschäden entstehen. Nicht
winterharte Pflanzen können mit Jutematerialien oder Kunstgewebe
gegen die Kälte geschützt werden.
Dort wo regelmässig gegossen werden muss, sollte man kein
Moorbeet planen, denn nur gelegentliches bewässern mit Leitungswasser
schadet den Pflanzen nicht. Die Moorbeetpflanzen sollten sowieso
nur mit Regenwasser bewässert werden. Im Sommer sollte erst
gegossen werden wenn der Boden infolge längerer anhaltender
Hitze total ausgetrocknet ist. Denn zu häufiges Giessen kann
zu Staunässe führen, was Moorbeetpflanzen überhaupt
nicht lieben. Im Herbst oder Winter muss nur bewässert werden,
wen der Herbst sehr Trocken war und der Boden nicht genügen
Wasser für den Winter speichern konnte.